FACHBEREICH DEUTSCH – RELIGION – WERTE UND NORMEN

„Lesen stärkt die Seele.“

Dieser Satz von Voltaire beschreibt wunderbar das Miteinander der Fächer Deutsch, DaZ, Evangelische Religion und Werte und Normen in diesem Fachbereich, zu dem etwa 45 Kolleginnen und Kollegen der Waldschule gehören.
In allen vier Fächern stellt nicht nur das Schulen der Lesekompetenz einen zentralen Unterrichtsinhalt dar, überall geht es darüber hinaus auch darum, durch die Auseinandersetzung mit anderen (literarischen) Sichtweisen neue Handlungsmöglichkeiten zu bedenken und so die Grenzen der eigenen Lebenswirklichkeit zu erweitern – kurzum: Mensch zu werden.
Das geschieht natürlich vor allem im Unterricht, darüber hinaus aber auch in zahlreichen außerunterrichtlichen Aktivitäten wie im Fach Deutsch

  • Theaterexkursionen und Theater-AGs
  • Teilnahme an Schreibprojekten wie ZISCH und Jugend schreibt
  • Teilnahme am bundesweiten Vorlesetag
  • Lesungen in der Schule (Märchenerzähler, Poetry-Slam, Autoren)
  •  Vorlesewettbewerb der 6. Klassen

oder in den Fächern Religion/WuN:

  • Exkursionen in die Kirche, Moschee oder Synagoge
  • Gestalten der alljährlichen Nikolaus-Andacht

Ganz konkret sieht das für die einzelnen Fächer so aus:

Ansprechpartnerin:

Katja Ladeur
Fachbereichsleiterin
Deutsch/Religion/Werte und Normen

katja.ladeur@waldschule-schwanewede.net

Deutsch

Was man im Deutschunterricht lernt? Lesen und schreiben natürlich – das ist doch klar!
Tatsächlich wird ein nicht unbeträchtlicher Teil der Unterrichtszeit in den Jahrgängen 5-8 auf den Erwerb von Lesetechniken und Lesestrategien sowie von sicheren Schreibfertigkeiten verwendet. Ein spezielles LRS-Konzept für Jahrgang 5 bietet dabei auch für Schülerinnen und Schüler mit besonderem Förderbedarf umfassende Hilfe.

Der Deutschunterricht leistet darüber hinaus jedoch einen wesentlichen Beitrag zur sprachlichen, literarischen und medialen Bildung der Schülerinnen und Schüler. In der Auseinandersetzung mit vielfältigen Texten und Medien lernen sie, unterschiedliche Sichtweisen auf die Welt zu verstehen, kritisch zu hinterfragen und so die eigene Identität weiterzuentwickeln.

Sie lernen, eine eigene Position zu entwickeln und sprachlich angemessen mündlich wie schriftlich zu vertreten. Kommunikation ist daher ein wesentlicher Inhalt des Faches.
Durch das Aneignen sprachlicher und medialer Kompetenzen werden die Schülerinnen und Schüler darüber hinaus zunehmend zur Teilnahme am kulturellen Leben befähigt.

In der Oberstufe stehen vorwiegend alljährlich wechselnde (vom Kultusministerium vorgegebene) klassische literarische Texte im Mittelpunkt des Unterrichts.
Die Unterrichtsinhalte sind durch die Kerncurricula für die einzelnen Schulzweige vom niedersächsischen Kultusministerium vorgegeben und von der Fachkonferenz Deutsch ganz konkret für die Waldschule in den Schulinternen Arbeitsplänen (SAP) beschlossen worden.

Evangelischer Religionsunterricht (RU)

Zunächst einmal: Religion ist ein „ordentliches Lehrfach“ wie jedes andere auch.
Das hat einen guten Grund, denn auch die Schule braucht einen Ort, in dem über Fragen nachgedacht wird wie „Wie bin ich gemacht?“, „Wer ist für mich da?“ oder „Wie gehen wir miteinander um?“. Im Mittelpunkt des RU stehen also Fragen von existentiellem Gewicht, auf die im Unterricht Antwortmöglichkeiten gesucht und diskutiert werden. Damit eröffnet der RU einen eigenen Horizont des Weltverstehens und trägt zur Persönlichkeitsentwicklung der Schülerinnen und Schüler bei. Dabei wird ein besonderer Schwerpunkt auf die religiöse Dimension des Lebens gelegt.
Der Unterricht steht zwar auf dem Fundament der evangelischen Kirche, er wird jedoch an der Waldschule konfessionell-kooperativ erteilt, d.h. evangelische und katholische Schülerinnen und Schüler werden gemeinsam unterrichtet. Darüber hinaus steht der Unterricht auch allen anderen Schülerinnen und Schülern (konfessionslosen oder anderer Konfessionen) offen: Da das Fach Religion an der Waldschule dazu anleiten will, den Glauben Anderer zu achten, halten wir es für eine Bereicherung, wenn in einer Lerngruppe Schülerinnen und Schüler mit unterschiedlichen Überzeugungen vertreten sind. Das Kennenlernen anderer Religionen ist immer auch ein zentraler Bestandteil des RU.
Das Fach Evangelische Religion kann in der Qualifikationsphase als Leistungskurs gewählt werden.
Die Unterrichtsinhalte sind durch die Kerncurricula für die einzelnen Schulzweige vom niedersächsischen Kultusministerium vorgegeben und von der Fachkonferenz Religion ganz konkret für die Waldschule in den Schulinternen Arbeitsplänen (SAP) beschlossen worden.

Werte und Normen (WuN)

„Man muss viel gelernt haben, um über das, was man nicht weiß, fragen zu können.“
Mit diesem Zitat des Philosophen Rousseau ist das Wesen des Fachs Werte und Normen ziemlich gut umschrieben:
Fragen zu stellen und philosophisches Wissen zu erwerben, steht im Zentrum des Unterrichts: „Wer ist der Mensch?“, „In welcher Welt wollen wir leben?“, „Wie gehen wir miteinander um?“
Die Inhalte sind denen des Fachs Religion teilweise sehr ähnlich; im Gegensatz zum Religionsunterricht wird das Fach jedoch allein vom Staat verantwortet und ist in seinen Inhalten und Antworten auf obige Sinnfragen weltanschaulich und religiös neutral.
Es werden Wertvorstellungen, Normen und ethische Grundsätze vermittelt wie die Grund- und Menschenrechte oder die Verpflichtung zur Erhaltung der natürlichen Lebensgrundlagen.
In der Oberstufe steht die Auseinandersetzung mit klassischen philosophischen Fragestellungen im Mittelpunkt.
Die Unterrichtsinhalte sind durch die Kerncurricula für die einzelnen Schulzweige vom niedersächsischen Kultusministerium vorgegeben und von der Fachkonferenz Werte und Normen ganz konkret für die Waldschule in den Schulinternen Arbeitsplänen (SAP) beschlossen worden.
An Werte und Normen nimmt man automatisch teil, wenn man sich zum Schuljahresbeginn vom Religionsunterricht abmeldet.

Das Fach wird zweig -und jahrgangsübergreifend unterrichtet. Außerdem kann Werte und Normen ab dem Schuljahr 2023/2024 im Abitur als P5 angewählt werden.

DaZ

Die meisten der 21 Schülerinnen und Schüler, die wir derzeit unterrichten, kommen aus Ländern, die Schauplätze von Krieg oder Bürgerkrieg sind. Sie haben alle ihre Heimat, Familienmitglieder, Freunde und Haustiere zurücklassen müssen und sind oft traumatisiert. Bei diesen Kindern kommt häufig hinzu, dass der Schulunterricht im Herkunftsland zum Teil jahrelang ganz entfiel oder bruchstückhaft war. Andere Kinder stammen aus EU-Staaten und sind in Deutschland, weil ihre Eltern hier arbeiten.
Der Unterricht wird an der Waldschule von sechs Lehrkräften in 22 Unterrichtsstunden und – je nach Bedarf – in Blöcken von 2 bis 6 Stunden erteilt. Dabei gibt es Gruppen mit bis zu sieben Schülern, aber auch einen Block Individualförderung für eine Schülerin in der Oberstufe.
Das Fach DaZ wird mitunter auch als “DaF (Deutsch als Fremdsprache)” bezeichnet.
An der Waldschule haben wir uns für den Begriff “DaZ” entschieden und es organisatorisch dem Fachbereich Deutsch zugeordnet.
Dabei hat es eine ganz andere Funktion als das klassische Unterrichtsfach Deutsch als Muttersprache, in dem alle unsere Schülerinnen und Schüler ihr gesamtes Schulleben unterrichtet werden. Methodik und Didaktik ähneln viel mehr dem Fremdsprachenunterricht in Englisch, Französisch oder Spanisch, weil die Kinder alle eine (oder mehrere!) andere Muttersprachen sprechen und meistens auch schreiben können. Im Gegensatz zum Fremdsprachenunterricht ist es allerdings so, dass wir einerseits an viele andere Herkunftssprachen anknüpfen müssen und andererseits die Kinder alle auf unterschiedlichen Lernständen sind, weil sie in allen Altersstufen nach Deutschland kommen und – je nach Herkunftsland – unterschiedlich lange in die Schule gegangen sind. Und mitunter sind haben die Kinder ganz andere Schriftzeichen gelernt, die noch dazu beispielsweise im Arabischen von rechts nach links geschrieben werden, so dass die ihnen bekannten Bücher “hinten” anfangen. Die Lehrkräfte können daher nicht davon ausgehen, dass in ihren Gruppen Kinder sitzen, die beispielsweise den Stoff von Klasse 6 beherrschen und nun mit dem Buch für Klasse 7 beginnen können.
Ein anderer Unterschied ist allerdings, dass unsere DaZ-Schüler sich alle in einem “Sprachbad” befinden, denn ihre neue Umwelt spricht ja eher Deutsch, so dass sie parallel zum Unterricht auch immer informell lernen. Manchmal leider auch weniger erwünschte Ausdrücke, die sie nicht aus ihrem Herkunftsland mitgebracht haben…