Friedrich Buhlrich, geboren 1946, ist ein engagierter Zeitzeuge, der sich für das Gedenken an die Opfer der NS-„Euthanasie“ einsetzt. An der Waldschule Schwanewede berichtete er an insgesamt fünf Terminen drei Klassen des 10. Jahrgangs sowie den Geschichtsgundkursen der 13. Klasse von seiner persönlichen Geschichte. Herr Buhlreich verlor seinen Bruder und seine zwei Schwestern durch die Gräueltaten der „Euthanasie“-Morde der Nationalsozialisten. Durch seine Vorträge an zahlreichen Schulen trägt er dazu bei, die Erinnerungan diese Verbrechen wachzuhalten und ein Bewusstsein für die historische Verantwortung zu schaffen.
Loic, Q2
Euthanasie im Zweiten Weltkrieg Während des Zweiten Weltkriegs wurde der Begriff „Euthanasie“, der aus dem Griechischen stammt und „guter Tod“ bedeutet, von den Nationalsozialisten missbraucht, um die systematische Ermordung von Menschen, mit körperlichen und geistigen Behinderungen, zu verschleiern. Unter dem Decknamen „Aktion T4″ wurden zwischen 1939 und 1945 etwa 200.000 Menschen in Heil- und Pflegeanstalten gezielt getötet. Die Opfer waren vor allem Menschen mit Behinderungen, psychischen Erkrankungen oder anderen, als „lebensunwert“ eingestuften Leiden. Die Nationalsozialisten rechtfertigten diese Morde mit der Idee der „Rassenhygiene“ und wirtschaftlichen Argumenten. Die Patienten wurden oft ohne ihr Wissen oder das Einverständnis ihrer Familien in sogenannte „Heil- und Pflegeanstalten“ gebracht, wo sie durch Giftgas, Medikamente oder Nahrungsentzug getötet wurden. Die Methoden, die in der Aktion T4 entwickelt wurden, dienten später als Grundlage für die Massenmorde in den Vernichtungslagern. Obwohl die Aktion T4 offiziell 1941 gestoppt wurde, gingen die Morde in geheimen Programmen bis Kriegsende weiter. Viele Täter wurden nach dem Krieg vor Gericht gestellt, aber nur wenige erhielten angemessene Strafen. Die Aufarbeitung dieses Verbrechens dauert bis heute an. Textgrundlage: Barbian, Nikolaus: Buchners Kolleg Geschichte, 2015, hier S. 311.
Jasper, Luca, Loic, Luis, Finn, Tarek, Q2
„Ich gehe in die Schulen, da das Thema „Euthanasie“ in die Öffentlichkeit muss. Die Jugend muss aufgeklärt werden. Eine heutige Partei darf nicht damit durchkommen, dass sie den Nationalsozialismus verleugnet. Glaubt nicht jedem, sondern hört euch viele Meinungen an, bildet euch eine eigene Meinung und vertretet diese!“
Herr Buhlrich im März 2025
Baran und Paula (Q2) baten Herrn Buhlrich um dieses Zitat
„Herr Buhlrich erzählte seine emotionale Geschichte sehr eindrucksvoll und authentisch. Er hat sein Publikum sowohl auf emotionaler, als auch auf informeller Ebene abgeholt.“ – Finn Jonathan Kuhn B) „Durch Herrn Buhlrich wurden uns die weitreichenden Folgen des NS-Regimes bewusst gemacht und wie diese noch heute das Leben der Hinterbliebenen beeinflussen. Ein beeindruckender Vortrag!“ – Paula-Marie Schaper C) „Eine eindrucksvolle Geschichte, sehr nahbar und verständlich erzählt!“ – Jasper El Kharbotly D) „Als Kurs haben wir mitgenommen, wie wichtig Gerechtigkeit, Gleichberechtigung und Toleranz im Alltag sind.“ – Anouk Niggemann
In Gedenken an die Opfer der Euthanasie-Verbrechen Wir gedenken an die Opfer der nationalsozialistischen Euthanasie-Verbrechen, die unschuldigen Menschen grausames Leid und Tod brachten. Tausende Menschen mit körperlichen und geistigen Beeinträchtigungen wurden entmündigt und entrechtet, ihrer Würde beraubt und systematisch ermordet. Ihr Schicksal treibt uns an, die Würde jedes Menschen zu achten und uns gegen Ausgrenzung und Unrecht einzusetzen, damit sich das Vergangene nicht wiederholt. Ihr Andenken darf niemals vergessen werden. Wir danken Herrn Friedrich Buhlrich, dass er uns seine Erfahrungen und Erinnerungen näher gebracht hat.
Kim, Annika, Q2