Selbstbildnisse mit Spiegelbildmotiven

Über zwei Bilderfolgen, die im 10. Jahrgang entstanden sind

Fotomonage von Elvis Sabani

Seit August 2013 sind im unteren Flur des Hauptgebäudes und in der „roten Aula“ Selbstbildnisse ausgestellt, die im vergangenen Schuljahr entstanden sind. Schülerinnen und Schüler setzen sich hier als Sonnenbrillenträger in Szene. Dabei reagieren sie mit ihrem Mienenspiel, ihrer Gestikulation oder durch anderes Verhalten genau auf jene Spiegelbilder, die auf ihren Sonnbrillen zu sehen sind. Auf diese Weise verleihen sie den jeweils wahrgenommenen Augenblicken eine besondere Wirksamkeit. Zu diesem Zweck mussten sie sich zunächst selbst mit spiegelnden Sonnenbrillen fotografieren lassen.

Bei der im Flur gezeigten Serie handelt es sich um kolorierte Fotomontagen aus dem ersten Schulhalbjahr: Hier übertrugen die Schüler/innen auf die Sonnenbrillen Motive, die sie sich selbst aus Zeitschriften oder Comics ausgesucht und teilweise auch selbst angefertigt hatten. Auf diese Weise gelang es einigen, den Betrachter zu täuschen und sich als „Augenzeugen“ von Situationen und  Ereignissen zu präsentieren, an denen sie gar nicht beteiligt waren (siehe Link).

Anders verhält es sich mit den in der „roten Aula“ ausgestellten Leinwand-malereien aus dem zweiten Halbjahr, die überwiegend in Partnerarbeit ausgeführt wurden: 7 von den insgesamt 12 Malereien gehen auf tatsächlich stattgefundene Aufnahmesituationen zurück, die anhand der Spiegelbilder deutlich zu erkennen sind. Dieser Realismus macht sich auch bei der Gestaltung der Sonnenbrillenmotive bemerkbar: Auf die mit Acrylfarben angefertigten Selbstporträts sind Fotos von den Spiegelbildern montiert, die maßstabsgerecht vergrößert, mit Kunststoffkarton hervorgehoben und mit Klarsichtfolie überzogen wurden. Auf diese Weise entstand eine Fernwirkung, die auch von den Spiegelbildern ausgeht. Maßgeblich war dafür zunächst die Wahl der Leinwandgröße: Sie beträgt bei den Selbstbildnissen 80 x 60 cm und bei den beiden querformatigen Doppelporträts 90 x 60 cm (siehe Link).

Leinwandmalerei von Leif Bauer und Eric Müller

Um zu sehenswerten Ergebnissen zu gelangen, griff der Lehrer gelegentlich in die malerische Umsetzung ein – vor allem, als es darum ging, die Gesichtszüge plastischer und realitätsnäher darzustellen. Damit gelang es, einen Großteil der Schüler/innen zur Weiterarbeit zu ermutigen und viele der Malereien erfolgreich abzuschließen.

Für die Fotomontagen und Malereien wurden mehrfach Fotos verwendet, die Nadja Falldorf von ihren Mitschülern während des Kunstunterrichtes im Oktober 2012 aufnahm. Viele ihrer Aufnahmen stellten sich als so aussagekräftig heraus, dass sich ein Großteil der Schüler auf das anspruchsvolle Unternehmen einließ, im zweiten Halbjahr das Spiegelbrillenthema fortzusetzen, dazu teilweise auch eigene Aufnahmen zu erstellen und eine zeitaufwändige Malerei durchzuführen.

Allgemeine Angaben zur Ausstellung in der „roten Aula“

  • 10. Jahrgang (Real- und Hauptschule), Schuljahr 2012/13
  • Acryl auf Leinwand, Fotomontage auf Kunststoffkarton
  • Formate: 80 x 60 cm (Einzelporträts) / 90 x 60 cm (Doppelporträts)
  • Die Leinwandmalereien 1 - 3, 5, 7, 8 und 10 - 12 entstanden nach Fotos von Nadja Falldorf.

Von wem die 12 Leinwandbilder in der roten Aula stammen, geht aus den beiden Galerien hervor. Für 9 Leinwandmalereien dienten die Aufnahmen von Nadja Falldorf als Bildvorlagen. Bei drei Gestaltungen wurde jedoch davon in auffälliger Weise abgewichen.

--> einige Bilder zum Vergleich

Martin Zülch

Fotostrecke: Theater-AG