Betriebspraktika an der Waldschule

Betriebspraktika gibt es an der Waldschule bereits seit 1973. Damals wurde im 9. Jahrgang des Hauptschulzweiges das erste Mal ein dreiwöchiges Praktikum durchgeführt. Ende der siebziger Jahre gingen dann die Schülerinnen und Schüler der 9. Realschulklassen erstmals in ein drei Wochen dauerndes Betriebspraktikum. Nur kurze Zeit später war dann auch im Gymnasialzweig das Betriebspraktikum ein Thema. Über mehrere Jahre gab es jeweils ein zweiwöchiges Praktikum in der 9. und in der 11. Klasse – und zwar so lange, bis die Mehrheit des Gymnasialkollegiums der Meinung war, dass ein dreiwöchiges Praktikum im 10. Jahrgang effektiver wäre.

Heute gehen immer noch alle Schüler/innen der 9. Haupt- und Realschulklassen sowie die Schüler/innen der 10. Gymnasialklassen drei Wochen in Betriebe in Schwanewede, Bremen und im näheren Umland, um einen ersten Einblick in die Arbeitswelt zu bekommen.

Für das Schuljahr 2014/2015 gelten folgende Termine:

  • 9. Klassen des Hauptschulzweiges: 29. - 17. Oktober 2014
  • 10. Klassen des Gymnasialzweiges: 09. – 27. Februar 2015
  • 9. Klassen des Realschulzweiges: 02. – 20. März 2015

Dabei geht es nicht nur darum, dass die Mädchen und Jungen in einem Beruf, der sie interessiert, eine gewisse Zeit lang aktiv tätig sein können, sondern der zu sammelnde Erfahrungsschatz ist weitaus umfänglicher. So sollen die Schülerinnen und Schüler u. a.

  • Erkenntnisse gewinnen über den arbeitenden Menschen;
  • Einsichten erlangen in die sozialen Strukturen der Arbeits- und Wirtschaftswelt;
  • differenzierte Einblicke in betriebliche Zusammenhänge erlangen;
  • einfache Arbeitsaufträge erledigen und darüber erste praktische Arbeitserfahrung machen;
  • die eigenen Berufswahlvorstellungen mit der realen Arbeitswelt kritisch überdenken;

Der Gedanke der Selbstständigkeit spielt eine große Rolle. Nahezu alle Schülerinnen und Schüler suchen sich ihren Praktikumsplatz eigenständig. Nur einige wenigen Betrieben haben der Schule bereits frühzeitig Praktikumsstellen zur Verfügung gestellt, um nicht ständig Nachfragen beantworten zu müssen. Aus diesem „Pool“ von Praktikumsstellen können die Schüler/innen bei Bedarf wählen. Nicht nur bei Problemen stehen ihnen jederzeit der Fachbereichsleiter, die Klassenlehrer/innen und die Fachlehrer/innen für Wirtschaft (Klasse 9H und 9R) bzw. für Politik (Q1 GY) mit Hilfeleistungen zur Seite. Die Wirtschaft- bzw. Politiklehrer/innen sind es auch, die das Praktikum im Unterricht vor- und nachbereiten sowie, unterstützt durch die Klassenlehrer/innen, während der Praktikumszeit die Praktikanten betreuen.

Die selbstständige Stellensuche ist in zweifacher Hinsicht wichtig. Zum einen bietet sie den Schüler/innen die Möglichkeit sich bei einem sie wirklich ansprechenden Betrieb für den „richtigen“ Beruf zu bewerben und zum anderen fördert dieses Eigenengagement ohne Zweifel den individuellen Reifeprozess. Die bisherigen Ergebnisse zeigen, dass die deutliche Mehrheit unserer Schülerinnen und Schüler das Betriebspraktikum als einen ganz wichtigen Bestandteil ihrer schulischen Ausbildung empfinden, auf den sie nicht verzichten möchten.

Das Praktikum findet an fünf Arbeitstagen pro Woche statt und sollte täglich sieben Stunden einschließlich der Pausen nicht übersteigen. Pro Woche sollten die Schüler/innen sich dabei mindestens 30 Stunden im Betrieb aufhalten. Um diese Mindeststundenzahl zu erreichen, ist es durchaus erlaubt, die fehlende Zeit an einen Nachmittag anzuhängen.

Das Praktikum ist eine Schulveranstaltung, bei der weder ein Ausbildungs- noch ein Beschäftigungsverhältnis nach arbeitsrechtlichen Vorschriften zu Stande kommt. Eine Vergütung sollte nicht gewährt werden. Während des Betriebspraktikums unterliegen die Schüler/innen wie beim Schulbesuch der gesetzlichen Unfallversicherung, außerdem besteht ein Deckungsschutz für Haftpflicht- und Sachschäden, soweit diese nicht von privaten Versicherungen abgedeckt sind.

Die Vorschriften des Jugendarbeitsschutzgesetzes sind zu beachten. Gegebenenfalls sind die Schüler/innen durch die Betriebe auf bestehende Unfallverhütungsvorschriften hinzuweisen.