Konzept "Schulhund" der KGS Waldschule-Schwanewede

Mit unserem Leitbild gemeinsam leben, gemeinsam lernen, haben wir uns zu einer Arbeit verpflichtet, unsere Schülerinnen und Schüler in der Entwicklung ihrer Kompetenzen zu unterstützen. Da der Einsatz von Schulhunden dieses Ziel unterstützen kann, möchte ich im Unterricht die Vorteile der so genannten "hundegestützten Pädagogik" einbeziehen. Verschiedene Studien belegen, dass der Einsatz von Schulhunden eine ernstzunehmende und wirkungsvolle Ergänzung zum Unterricht sein kann. Hunde können allein durch ihre Anwesenheit die Lernatmosphäre im Klassenzimmer nachhaltig positiv verändern. Bei Lehrern und Schülern führt das stressfreiere Unterrichtsklima zu einer höheren Zufriedenheit und Motivation, durch welche der Lernerfolg gesteigert werden kann. (Vergl. Heyer/Kloke 2011, S. 162).

Was ist ein Schulhund?

Lt. Wikipedia ist ein Schulhund ein speziell geprüfter Hund, der in Schulklassen eingesetzt wird, um Kindern Erfahrungen im Umgang mit Hunden zu ermöglichen. Für einen Schulhund gibt es die unterschiedlichsten Bezeichnungen, wie z. B. Klassenhunde, Schulbesuchshunde, Therapiehunde, Therapiebegleithunde, Schulbegleithunde, Lernbegleithunde.
Die offizielle Definition lautet: Animal-Assisted-Paedagogy(AAP)/Tiergestützte Pädagogik.
Es gibt keine offiziellen Zahlen zum Einsatz von Schulhunden. Es wird von über 1000 Hunden in der Schule ausgegangen, wobei sowohl Ausbildung als auch Einsatz sehr unterschiedlich sind. Im Schulhundweb sind im Februar 2014 280 Schulen registriert, an denen tendenziell ein Hund eingesetzt wird.
Diese KollegInnen haben sich der freiwilligen Selbstverpflichtung des Fachkreises Schulhund angeschlossen, was aber nicht automatisch heißt, dass sie mit ihrem Hund eine umfassende Weiterbildung absolviert haben.

Erfahrungen mit hundegestützter Pädagogik

Es gibt inzwischen zahlreiche Publikationen auf diesem Gebiet. Einstimmig kommen diese zu positiven Auswirkungen von Schulhunden.

Schulhunde geben Hilfe zur Erziehung:

  • durch den Abbau von Angst
  • durch den Abbau von Hyperaktivität
  • durch Reduzierung der Aggressivität
  • durch den Abbau von Einsamkeit und Langeweile

Schulhunde geben Hilfe zur Erziehung durch Motivation:

  • Förderung aller Sinne und dadurch Stärkung der Wahrnehmung sowie der Kommunikationsfähigkeit
  • Förderung der Fein- und Grobmotorik im Umgang mit dem Hund
  • Entwicklung von sozialer und emotionaler Kompetenz
  • Förderung der Konzentrationsfähigkeit
  • Förderung von Verantwortungsbewusstsein
  • Förderung der Empathiefähigkeit

(Vergl. Schulkonzept Dresden und Heyer/Kloke 2011 S. 78)

Voraussetzungen des Hundes

Nicht jeder Hund eignet sich für den Einsatz in der hundegestützten Pädagogik. Er sollte kein Störfaktor sein und darf selbstverständlich nicht die Aufmerksamkeit des Lehrers vom eigentlichen Unterrichtsgeschehen ablenken. "Als Co-Pädagoge unterstützt der Hund den Lehrer bei dessen Erziehungs- und Bildungsauftrag. Der Umfang und die inhaltliche Gestaltung des hundegestützten Unterrichts variieren dabei von einer reinen Anwesenheit des Hundes bis hin zu einer aktiven Teilnahme des Vierbeiners als Vorbild und Lernkamerad im Unterricht"(Heyer/Kloke 2011).

Charaktermerkmale von Schulhunden

Schulhunde dürfen keine aggressive Ausstrahlung haben. Sie sollen am Menschen orientiert, gehorsam, ruhig und verträglich mit Kindern sein. Außerdem dürfen Schulhunde keinerlei Beißansätze zeigen und sollten nicht geräuschempfindlich und nicht ängstlich sein.

Adäquater Partner für die Pädagogin

LehrerIn und Hund müssen ein eingespieltes Team sein, da in erster Linie normaler Unterricht stattfindet, so dass die Hundegestützte Pädagogik neben dem eigentlichen Geschehen abläuft. Nicht jeder Schulhund passt zu jedem Lehrer, denn er beeinflusst auch das Leben außerhalb der Schule. Die "Chemie" zwischen Lehrerin und Hund ist entscheidend für eine gute Teamarbeit.

Grunderziehung des Hundes

Eine Grunderziehung auf dem Niveau einer alltagsnahen Begleithundprüfung / Hundeführerschein ist unabdingbar. Des weiteren sollte ein Schulhund im Sinne des Schulhundwebs auf seine Tätigkeit vorbereitet und entsprechend ausgebildet werden.

Gesundheitsprävention

Der Schulhund benötigt ein jährliches Gesundheitszeugniss des Tierarztes. Er muss regelmäßig gegen Tollwut geimpft werden. Eine regelmäßige Entwurmung, sowie eine zeitnahe Entfernung von Ektoparasiten( Flöhen, Zecken, Läusen, Milben) gehören ebenso zur Gesundheitsprävention, wie das Anhalten der Kinder zum regelmäßigen Händewaschen. Der Hund hat keinen Zutritt zu den Schulküchen. (Siehe hierzu auch den Hygieneplan).

Fotostrecke - Schulhund