Schulhundteam Chica und Frau Wolf

Chica ist eine 2,5 jährige Border Collie Hündin. Ihr Wesen ist fröhlich und sie ist stets gut gelaunt, so dass sie Kinderaugen zum Leuchten bringt. Chica lebt in unserer Familie (5) und wird artgerecht gehalten.

Mit drei Monaten hat sie angefangen zur Hundeschule zu gehen. Diese Kurse hat sie im Oktober 2014 mit der Begleithundprüfung abgeschlossen. Diese Prüfung beinhaltet sowohl ein Wesenstest, als auch einen Sachkundetest der Hundehalterin. Für diese Begleithundprüfung musste Chica mindestens 15 Monate alt sein und die dazugehörigen Kurse erfolgreich absolviert haben.

Nach Beendigung dieser Gehorsamsausbildung hat Chica zusammen mit Frau Wolf eine Schulhundausbildung absolviert. Diese Ausbildung bei Cole Canido (Weiterbildung zur Hundegestützten Pädagogik in der Schule) hat Chica im Juni 2015 erfolgreich beendet. Diese Ausbildung ist nur für Pädagogen und Pädagoginnen, da es hier um den Einsatz in der Schule geht und der Hund nicht zu Therapiezwecken eingesetzt wird.

Chica ist Mitglied bei den Hoppers, da sie dort regelmäßig am Agilitytraining teilnimmt. 

Frau Wolf besitzt eine über 30jährige Erfahrung im Umgang mit Hunden. Zusätzlich hat sie sich bereits 1995 im Rahmen ihrer 1ten Examensarbeit mit dem Thema "Reiten im Schulsportunterricht" und im 2ten Staatsexamen zum Thema Verhalten von Wüstenrennmäusen mit Tiergestützter Pädagogik auseinandergesetzt. Des Weiteren erwarb sie im Rahmen von Weiterbildungen 2003 ihren Trainer C im Voltigieren. Im Rahmen einer Pferde AG hat Frau Wolf tiergestützt gearbeitet und den Schülern das richtige Verhalten und den Umgang mit Pferden vermittelt. Mit einer 7 Klasse hatte Frau Wolf über drei Jahre ein Wüstenrennmäuseprojekt.

Zu diesem Projekt schrieb Frau Wolf im Rahmen einer 1 1/2 jährigen Weiterbildung (Kommunikation, Interaktion, Kooperation) eine Facharbeit.

Frau Wolf hat sich zur weiteren Qualifizierung dem Arbeitskreis Schulhund Niedersachsen angeschlossen und wird auch in Zukunft Fortbildungen zum Thema besuchen.

Der Hund als Brücke zu positiverem Sozialverhalten

  • Die meisten Schüler gehen (wenn sie keine schlechten Erfahrungen gemacht haben) sehr viel schneller und problemloser auf einen Hund zu als auf einen unbekannten Mitmenschen.
    Besonders isolierte Schüler werden so aus ihrer Einsamkeit geholt.
  • Kinder sind auch viel schneller bereit Rücksicht auf das Tier zu nehmen als auf ihre Mitschüler.
  • Durch die gezielte Beobachtung der Körpersprache des Hundes lernen sie auch die Körpersprache und Mimik ihrer Mitmenschen genauer zu beobachten.
  • Sie lernen auch ihre Körpersprache bewusster einzusetzen.
  • Der Hund reagiert bei Auseinandersetzungen zwischen Schülern sofort spontan und zeigt ihnen durch seine Reaktion (Aufspringen; bei massiveren Attacken: Bellen), dass sie zu weit gegangen sind. Ein Eingreifen des Lehrers ist in der Regel nicht erforderlich.

Der Hund als Hilfe zum Aufbau des Selbstbewusstseins und als Entspannungshilfe

  • Die Zuwendung des Hundes baut das Selbstwertgefühl und das Selbstbewusstsein der Schüler auf. Sie fühlen sich von ihm ohne Einschränkungen angenommen, egal wie sie aussehen oder was sie leisten können. Der Hund ist viel mehr als der Mensch darauf bestrebt sich anzupassen, da er ein Gruppenwesen ist.
  • Durch die direkte Befolgung des Hundes von einfachen Befehlen wird das Selbstbewusstsein der Schüler zusätzlich aufgebaut. Sie sind stolz darauf, dass der Hund auf sie hört und der Hund hat eine Aufgabe, die er gern erfüllt.
  • Der Hund hat keine besonderen Erwartungen an den Schüler und so haben sie durch ihn keinen Stress.
  • Über das Streicheln des Hundes werden nachweislich Stress, Trauer, Aggressionen oder Depressionen bei den Schülern abgebaut. Sie werden von ihren eigenen Problemen abgelenkt, entspannen sich und können so besser lernen.
  • Die tägliche Konfrontation mit dem Hund hilft Ängste abzubauen und sorgt dafür, dass kein Schüler mehr in Panik flüchtet.

Der Hund als Kommunikationsförderer

  • Ein Hund reagiert viel intensiver als ein Mensch auf die Körpersprache der Schüler und ihre Ausstrahlung. Er weiß vor uns ob sie Angst, Agression, Depression oder Stress ausstrahlen und reagiert entsprechend.
  • Mit einem Hund sprechen alle Schüler ungezwungener.
  • Über den Hund findet auch mehr Kommunikation zwischen den Schülern statt.

Der Hund als Hilfslehrer für den richtigen Umgang mit anderen Hunden und Tieren

  • Der regelmäßige Umgang mit dem Hund führt dazu, dass Schüler seine Körpersprache besser interpretieren lernen. Dies ist eine wichtige Voraussetzung für den allgemeinen Umgang mit Hunden.
  • Sie lernen, dass ein Hund mehr auf Körpersprache als auf viele gesprochene Worte reagiert.
  • Die Schüler lernen, dass viele Aggressionen des Hundes durch den Menschen hervorgerufen werden.
  • Indem den Schülern bewusst wird, dass sie Rücksicht auf ihn als Lebewesen nehmen müssen, kommt es hoffentlich allgemein zu weniger Tierquälereien.

Besonders für neue Schülerinnen und Schüler mit einer negativen Schulerfahrung symbolisiert der Hund eine andere Art von Schule.

Es stellte sich heraus das Chica und Sanka viele positive Punkte für einen Schulhund besitzen:

  • Ca. 40cm und 65 cm hoch
  • Keinerlei aggressive Ausstrahlung
  • Am Menschen orientiert
  • Gehorsam
  • Ruhiges Wesen
  • Absolut verträglich mit Kindern und anderen Tieren
  • Keinerlei Beißansätze
  • Nicht bellfreudig
  • Nicht sehr geräuschempfindlich
  • Mittellanges bis langes weiches Fell zum Streicheln
  • Geringe Speichelabsonderung

Ihre ruhigen Wesen, ihre völlige Aggressionslosigkeit und ihre starken Bindungen an Frau Schlichting und an Frau Wolf ermöglichen einen reibungslosen Unterricht. Durch kleine Gesten agieren sie als Hilfslehrer und unterstützen so das allgemeine Klassenklima oder einzelne Schüler sehr positiv.

Unsere Schulhündin Chica hat Welpen bekommen

Am 03. Oktober 2016 war es endlich soweit. Chica ist Mama von vier wunderschönen dreifarbigen Welpen geworden. Es haben drei Hündinnen und ein Rüde das Licht der Welt erblickt. Der Vater dieser vier Racker ist Wusel ein Australian Shepherd. Da Chica eine Border Collie Hündin ist, sind diese vier Welpen Mischlinge zwischen den Rassen Border Collie und Australian Shepherd. Chica hat sich schnell von der Geburt erholt und kümmerte sich vorbildlich um ihren Nachwuchs Da in unserem Haushalt noch ein 10 Monate alter Australian Shepherd (Eddie) lebt, konnte er einspringen, wenn Chica mal keine Lust hatte, mit ihren Kleinen zu spielen. Eddie hat seine Aufgabe als Onkel sehr ernst genommen und kümmerte sich mit viel Einsatz um die Spielstunden der kleinen Welpen. Eine Hündin "Wilma" ist bei uns geblieben und wird vielleicht einmal eine Partnerin von unserem Eddie werden. Beide werden sicherlich auch eine Ausbildung für die Schule machen, da sie den Schülerinnen und Schülern bei ihren ersten Besuchen viel Freude bereiteten und viel Spaß beim Spielen hatten. Wilma war schon mit ihren Geschwistern in ihrer 6B1 in der ihre Mama schon viele Schulstunden verbracht hat und die ganz gespannt auf den Nachwuchs von Chica waren. Das Video zeigt eine Zusammenfassung vom ersten Tag bis zum Zeitpunkt von vier Monaten.

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