Trainingsraum - Raum des eigenverantwortlichen Denkens und Handelns

Der Trainingsraum dient als Bereich, in dem das eigenverantwortliche Handeln trainiert werden soll.

Mit dem Trainingsraum-Programm soll erreicht werden, dass die lernbereiten Schüler mehr Gerechtigkeit erfahren. Sind sie bisher von den störenden Schülern in ihren schulischen Interessen unterdrückt worden, so versuchen wir mit diesem Konzept das Arbeitsklima in der Klasse zu verbessern.

Für alle Schüler steht das Prinzip der Eigenverantwortlichkeit im Mittelpunkt. Jeder Schüler kann eigenverantwortlich entscheiden, ob er durch störfreies Verhalten im Klassenraum bleiben oder durch Stören in den Trainingsraum gehen möchte

Im Wesentlichen hat das Trainingsraum-Programm 3 Rechte als Grundlage:

  1. Jeder muss die Rechte der anderen respektieren.
  2. Jeder Schüler hat das Recht, ungestört zu lernen.
  3. Jeder Lehrer hat das Recht, ungestört zu unterrichten.

Wenn alle Beteiligten sich an diese drei Rechte hielten, wäre sicherlich das Ziel des ungestörten Unterrichtes bereits erreicht. Da dies jedoch nicht selbstverständlich ist, beinhaltet das Trainingsraum-Programm die Möglichkeit, dass jeder einzelne Schüler, der gestört hat, mit Unterstützung der Trainingsraum-Lehrer über seine Störungen nachdenkt und für sich einen Plan entwickelt, wie er in Zukunft ohne Störungen am Unterricht teilnehmen kann. Deshalb hat das Trainingsraum-Programm einen festen, für alle zuverlässigen und durchschaubaren Ablauf:

  1. Ein störender Schüler erhält vom unterrichtenden Lehrer eine ausdrückliche Ermahnung.
  2. Wenn er dieser ausdrücklichen Ermahnung nicht Folge leistet und sich entscheidet, weiter zu stören, geht er mit einem Infozettel in den Raum des eigenverantwortlichen Denkens, auch Trainingsraum genannt.
  3. In diesem Raum stellt er mit Unterstützung eines Trainingsraum-Lehrers einen Rückkehrplan auf. In diesem Rückkehrplan entwickelt er eigenverantwortliche Ideen, wie er in Zukunft störungsfrei am Unterricht teilnehmen kann.
  4. Mit diesem Rückkehrplan kehrt er in die Klasse zurück und legt ihn dem Lehrer vor.
  5. Wenn der Lehrer diesen Rückkehrplan akzeptiert, kann der Schüler weiter am Unterricht teilnehmen.
  6. Wenn der Lehrer den Plan nicht akzeptiert oder wenn der Schüler auch nach der Rückkehr weiter stört, geht der Schüler wieder in den Trainingsraum.

Sonderregeln

  1. Sollte ein Schüler zum dritten Mal am gleichen Unterrichtstag nach einer ausdrücklichen Ermahnung stören oder zum fünften Mal im Schuljahr den Trainingsraum besuchen, wird er vom weiteren Unterricht ausgeschlossen und kann erst nach einem Rückkehrgespräch zwischen den Eltern, dem Schüler und einem Trainingsraumlehrer zurückkehren.

Diese Sonderregel gilt auch für den Fall,

  • dass ein Schüler sich weigert, in den Trainingsraum zu gehen,
  • dass ein Schüler beim Gang zum Trainingsraum oder zurück zur Klasse Umwege macht oder
  • dass ein Schüler im Trainingsraum weiter stört.

Die Beratungen

  1. Nach mehrmaliger Entsendung in den Trainingsraum werden die Eltern über die Entsendungen informiert. Nach weiteren Entsendungen folgt eine Einladung zu einem ausführlichen Beratungsgespräch, da wir davon ausgehen müssen, dass die Verhaltensauffälligkeiten so gravierend sind, dass wir gemeinsame Maßnahmen zur Vermeidung weiterer Entsendungen besprechen sollten. Als Maßnahmen sollten auch Hilfen von außen erörtert werden.

Hinweis:
Lehrer und Lehrerinnen sind im Text "Lehrer", Schüler und Schülerinnen "Schüler" genannt.

Tuckermann, Februar 2015