Pistaziengrünes Linoleum

Pistaziengrünes Linoleum - Endspurt für die Handwerker in der Waldschule / Gemeinde investiert 217 000 Euro

GABRIELA KELLER 
Es hat sich viel getan in den vergangenen Wochen an der Waldschule. Wenn über 1500 Schüler am 4. August in die Schule zurückkehren, werden sie einige Veränderungen vorfinden. Fensterbauer, Maler, Fußbodenleger und andere Gewerke sind seit Ferienbeginn dabei, die Schule auf Vordermann zu bringen. Die Gemeinde nutzt die unterrichtsfreie Zeit für umfangreiche Renovierungs- und Sanierungsarbeiten.
Amtsleiter Gröger und Bauamtsmitarbeiter Oliver Groß führen an diesem Montagvormittag durch die Räume und informieren über den Stand der Maßnahmen. Während die Schüler die letzten Ferientage genießen, hauen die Handwerker einen Schlag ran. In einem Klassenraum robbt Thomas Ritter auf dem Boden und verlegt neues Linoleum. Seine Kollegin Katja Keyser rollt mit einer Walze den Belag auf dem klebrigen Grund fest.

Raum für Raum ersetzt die Gemeinde Schwanewede seit einigen Jahren die alten Nadelfilz-Beläge, die nach mehr als 30 Jahren unansehnlich geworden waren, durch Linoleum. „In diesem Jahr tauschen wir Beläge in zehn Klassenräumen und zwei Fluren im Verwaltungtrakt aus“, so Groß. 28 000 Euro nimmt die Gemeinde dafür in die Hand. Die Farbe für den schallschluckenden Belag hat die Schule ausgewählt. Pistaziengrün leuchtet es unter den Füßen.
Für die Fußbodenleger heißt es Endspurt. „In dieser Woche nimmt die Verwaltung ihre Arbeit auf, da wollen wir fertig werden“, erklärt Bauamtsmitarbeiter Groß. Schon vor einer Woche sind die Fensterbauer abgerückt. Sie waren zu Ferienbeginn die Ersten auf der Großbaustelle. 72 Fenster in 23 Klassenräumen des Gymnasialbereichs wurden erneuert. „Die alten Fenster stammten noch aus der Gründerzeit der Schule“, so Groß.

Nicht nur die schlechte Wärmedämmung war laut Bauamtsleiter Gröger das Problem. Für die Schwingflügelfenster gab es auch keine Ersatzteile mehr. „Wir mussten immer improvisieren, damit die gekippten Fenster den Schülern nicht auf den Kopf fielen. Mit den neuen Drehkippfenstern stellen wir die Unfallgefahr ab.“ Die zweigeteilten Fensterflächen anstelle einer großen Scheibe seien auch optisch eine Bereicherung, findet der Bauamtsleiter. 

Mit 111 000 Euro macht die Fenstersanierung den Löwenanteil der Renovierungs- und Sanierungskosten von insgesamt rund 217 000 Euro aus. Beim Fensteraustausch an der Waldschule arbeitet sich die Gemeinde seit Jahren Abschnitt für Abschnitt voran. Alles auf einmal, das lässt der Gemeindehaushalt nicht zu. Oliver Groß hat schon die nächste Sanierungsmaßnahme für die ­Osterferien 2017 im Blick. „Dafür schreiben wir im Herbst aus.“ Der Rest soll im Sommer des Jahres folgen. „Dann haben wir die Fenster in der Waldschule komplett saniert.“
Bei der Suche nach Gewerken profitiert die Gemeinde laut Amtsleiter Gröger vom Doppelhaushalt für die Jahre 2016/17. „Dadurch können wir früh ausschreiben und auf die Suche gehen, wenn die Firmen noch nicht so stark ausgelastet sind.“ Der Kommune bringe das finanzielle Vorteile.

Stück für Stück arbeitet sich die Gemeinde auch bei der Wärmedämmung der Gebäudefassaden an der Waldschule voran. In diesem Sommer haben sich die Handwerker fünf Giebel im ehemaligen Orientierungsstufen-Trakt vorgenommen. Eine 26 Zentimeter dicke Dämmschicht aus Lavastein wurde in den Hohlraum des dreischaligen Mauerwerkes eingeblasen. 37 000 Euro hat die Gemeinde investiert. „Die Wärmedämmung im ehemaligen OS-Trakt ist mit dieser Maßnahme abgeschlossen. Damit sind rund 50 Prozent der Waldschulfassade gedämmt“, erklärt Groß.
Inzwischen sind viele Handwerker schon wieder abgerückt. Gut eine Woche vor Schulbeginn sieht es in den meisten Fluren, Klassen- und Fachräumen relativ aufgeräumt aus. 34 Klassenräume haben in den vergangenen Wochen einen frischen Farbanstrich bekommen. „Jetzt lackieren wir noch Heizkörper und die neuen Treppengeländer“, erzählt Madita Hersing.
Seit einem Monat hat sie ihren Gesellenbrief in der Tasche, die Waldschule Schwanewede ist ihre erste große Baustelle. Wie ist das, zu schuften, wenn andere Urlaub machen? „Da muss man sich ein bisschen dran gewöhnen“, meint die junge Frau. Dann eilt sie davon. Arbeit in einem Klassenzimmer wartet

Die Norddeutsche, 26.07.2016